Moin!
45-PS-Tonne hat uns freundlicherweise auf diesen Artikel in der Zeitung aufmerksam gemacht. Vielen Dank! 
Großraum-Express
Der überarbeitete Ford Galaxy richtet sich mit viel Platz und über 200 PS vor allem an sportliche Großfamilien
Was hat ein Autohersteller mit Demographie zu tun? „Sehr viel“, sagt Jürgen Stackmann, Verkaufschef von Ford in Deutschland. „Da immer weniger Familien mehr als zwei Kinder haben, sind die Boomzeiten der Großraumlimousinen vorbei.“ Trotzdem, oder vielleicht auch deshalb gönnen die Kölner ihrem Raumkreuzer Galaxy jetzt eine Verjüngungskur.
Dabei hat Ford die Lehren aus der Bevölkerungswissenschaft schon früh gezogen und dem seit 1995 bekannten Siebensitzer schon vor vier Jahren das eher sportliche Schwestermodell S-Max zur Seite gestellt. Technisch nah verwandt dominiert das Duo mit fast 30 Prozent Marktanteil die Van-Szene in Europa.
Damit das so bleibt, legten Techniker und Designer jetzt Hand an beide, auch an den Galaxy. Das Blechkleid blieb nahezu unverändert, Chromeinfassungen an den Seitenfenstern oder dem Kühlergrill sorgen für einen edleren Gesamteindruck. Neu sind die LED-Rückleuchten, an deren typischer Trapezform ein Galaxy auch bei Nacht von Kennern sofort identifiziert werden kann. Dem Wohlfühl-Ambiente des Innenraums dienen neue Farben und Materialien, die einen hochwertigen Eindruck machen.
Viel wichtiger als derartige Retuschen sind die Neuerungen unterm Blech, die jetzt bei ersten Testkilometern im schneefreien Südspanien erfahren werden konnten. Der neue Zweiliter-Benzinmotor kommt mit Direkteinspritzung und Turbopower auf 203 PS, erweist sich aber als durchaus bescheiden. Die von Ford versprochenen 8,1 Liter wurden im Praxistest nur leicht überschritten, wenn man den Galaxy zwischen den andalusischen Reisfeldern sanft gleiten ließ. Den energischen Tritt aufs Gaspedal, der aus dem braven Familienmitglied einen flotten Rebellen macht, quittierte der Turbo umgehend mit einer zweistelligen Verbauchsmeldung des Bordcomputers.
Neu bei Ford ist das serienmäßige Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Es fühlt sich zwar nicht so dynamisch an wie bei anderen Automaten dieser Art (z.B. bei VW), sorgt aber für weiche Schaltvorgänge und entspanntes Reisen. Zum Komfort trägt auch die gelungene Fahrwerksabstimmung bei, die die Insassen vor den Auswirkungen holpriger Straßen verschont. Hier setzt der Galaxy wirklich Maßstäbe in seiner Klasse.
Seitliche Schiebetüren, wie sie die bald erwartete Neuauflage des Erzrivalen VW Sharan vermutlich bekommt, gibt es beim Galaxy nicht. Und auch keine elektrische Hilfe für die große, schwere Hecktür, die aber über eine ordentlich erhellende Beleuchtung verfügt.
Wichtig in diesem Genre ist natürlich das Platzangebot: Auf allen sieben Sitzen gibt es reichlich davon. Je nachdem, wie viele Passagiere mitreisen, reicht der Stauraum von 308 bis zu stattlichen 2325 Litern. Wie beim Vorgänger lassen sich alle Einzelsitze einklappen, so dass eine ebene Ladefläche entsteht.
Mit der Neuauflage des Galaxy, die jetzt gegen Aufpreis auch einen Toter-Winkel-Warner, Abstandsradar oder eine Rückfahrkamera bietet, können die Kölner also sicher bei Großfamilien punkten. Und sie haben noch einen Pfeil im Köcher: Der kleinere, billligere C-Max auf Basis des neuen Focus erscheint im Herbst mit drei Sitzreihen und langem Radstand.
Quelle: Kölner Stadtanzeiger (Print) vom 13.02.2010


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